Ablauf der Scheidung

In aller Kürze ein grober Überblick über wichtige Entwicklungen einer Scheidung, jeweils mit Links zu weiteren Informationen.

Trennung

Am Anfang steht die Trennung, wobei es nicht notwendig ist, dass man für eine Trennung in verschiedenen Wohnungen lebt. Wenn man das Trennungsjahr – 1 Jahr – hinter sich gebracht hat und sich über den Wunsch einer Scheidung einig ist, kann der Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht gestellt werden. Das Trennungsjahr kann in extremen Härtefällen abgekürzt werden, eine Eheaufhebung dagegen kommt kaum in Betracht.

Dazu bei uns: Beiträge zum Trennungsjahr

Scheidungsantrag

Der Scheidungsantrag kann von lediglich einem Partner gestellt werden, dieser muss aber über einen Rechtsanwalt eingereicht werden. Der Rechtsanwalt wird alle notwendigen Daten im Zuge des Mandats erheben. Dabei zeigt sich dann schnell, ob es noch Streitpotential gibt und was ggfs. noch geregelt werden muss.

Dazu bei uns: Beiträge zum Scheidungsantrag

Streitpunkte im Zuge des Scheidungsverfahrens

Wie lange das Scheidungsverfahren läuft hängt auch an den Streitpunkten, die ggfs. zu klären sind. Je einvernehmlicher die Scheidung, umso schneller kann die Scheidung erreicht werden. Typische Streitpunkte oder zumindest Punkte die zu klären sind, sind:

Vieles hiervon können Sie selber untereinander klären und damit das Verfahren beschleunigen.

Dazu bei uns: Beiträge zur Scheidung

Daher des Scheidungsverfahrens

Wie Sie sehen liegt auch einiges bei Ihnen selbst – je mehr Sie selber gütlich regeln, umso schneller geht es. Der Versorgungsausgleich alleine dauert um die 3 Monate (wenn es sehr schnell geht) bis zu 6 Monaten (gefühlter Durchschnitt) und sogar darüber hinaus. Wer sich um die Gläser zanken möchte, zögert das Verfahren ebenfalls hinaus. Im Schnitt kann man wohl sagen, ab Antragsstellung zwischen 6 Monaten und 10 Monaten je nach Gericht und Umständen ist bei relativ unkomplizierter und gut vorbereiteter Sachlage möglich, ich habe es auch schon deutlich kürzer geschafft, will das hier aber nicht als Regelfall verkaufen.

Gemeinsamer Anwalt?

Gerne fragen Mandanten danach, dass man sich gemeinsam einen Anwalt „teilt“ um Kosten zu sparen. Da der Anwalt aber dem Interesse einer Partei verpflichtet ist, funktioniert das nicht so, wie sich das Laien oft vorstellen. Grundsätzlich, in gewissen Grenzen, ist hier ein Prozedere möglich, ja. Der BGH (IX ZR 322/12) äusserte sich dazu auch bereits sehr instruktiv:

In Scheidungsverfahren soll es häufig vorkommen, dass sich die scheidungswilligen Eheleute in der Annahme völligen Interessengleichklangs und der Absicht, die Kosten für einen zweiten Anwalt zu sparen, gemeinsam durch einen Anwalt beraten lassen wollen (…) Auch wenn das durch die Ehe begründete einheitliche Lebensverhältnis eine identische Rechtssache darstellt (…) und die Eheleute im Falle der Trennung und Scheidung über das möglicherweise gleichlaufende Interesse hinaus, möglichst schnell und kostengünstig geschieden zu werden, typischerweise gegenläufige Interessen in Bezug auf die Scheidungsfolgen haben, wird in Rechtsprechung und Literatur die Meinung vertreten, dass eine gemeinsame Beratung mit dem Ziel einer einvernehmlichen Scheidung im Grundsatz möglich ist, wobei Voraussetzungen und Folgen einer solchen gemeinsamen Beratung unterschiedlich gesehen werden (…)

Jedenfalls dann, wenn die gemeinsame Beratung der Eheleute nicht zu der beabsichtigten Scheidungsfolgenvereinbarung führt und es trotz anfänglicher Übereinstimmungen während der anwaltlichen Beratung zu einem Interessenwiderstreit kommt, darf der Rechtsanwalt für keinen der beiden Ehe- partner mehr tätig werden (…) Zugunsten der Klägerin unterstellt der Senat, dass eine so beschriebene gemeinsame Beratung scheidungswilliger Eheleute zulässig ist (…)

Es ist also eine gemeinsame Beratung durchaus denkbar, die Vertretung vor Gericht wäre aber einseitig geschuldet und bei plötzliche Streit müsste jeder der Partner sogar einen ganz neuen Anwalt nehmen und neu bezahlen. Wir lösen dies durch ein Beratungsmodell, dass die einseitige Parteirolle berücksichtigt und zugleich dem Partner auf Wunsch die Möglichkeit der Teilnahme an Besprechungen eröffnet.